Exkursion des 11. Jahrgangs nach Sachsenhausen
Am 18. Juni 2025 standen wir gemeinsam an einem Ort, an dem Worte fast verstummen. Ein Ort, an dem Geschichte nicht nur erzählt, sondern gefühlt wird - mit jedem Schritt, den man über den Boden macht, auf dem einst unvorstellbares Leid geschah.
Unser Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen hat uns auf eine Weise berührt, die kaum in Worte zu fassen ist. Viele aus unserem Kurs beschrieben die Atmosphäre dort als bedrückend, angstauslösend oder erschreckend. Andere sprachen von Ekel, von tiefer Traurigkeit, von Berührtheit. Einige fanden es auch interessant - nicht im Sinne von Neugierde, sondern im ehrlichen Versuch, zu begreifen, was dort geschehen ist. Was fast alle bewegt hat, war die Stille: Diese seltsame, beinahe friedliche Ruhe, die heute über dem Gelände liegt - als wäre das Grauen, das sich dort abgespielt hat, weit weg und doch in jeder Mauer spürbar.
Trotz der bedrückenden Stimmung war während unseres Besuchs auch etwas spürbar, das uns tief getroffen hat: eine Form von Respektlosigkeit, die an diesem Ort besonders schmerzhaft wirkt. Wir selbst begegneten dem Ort mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und
waren bemüht, die Atmosphäre und Bedeutung dieses historischen Ortes zu respektieren. Umso erschütternder war es für uns zu beobachten, wie sich einige andere Jugendliche vor Ort verhielten: lautstarke Gespräche, Telefonate, unkontrolliertes Lachen – oft ohne jede Rücksicht auf die Umgebung. Es wurde gerufen, auf den Boden gespuckt und geschrien. All das geschah an einem Ort, der vom Leid unzähliger Menschen erzählt, an dem jede Mauer, jeder Stein stummes Zeugnis des Grauens ist.
Diese Exkursion hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht nur mit der Geschichte auseinanderzusetzen, sondern ihr mit Haltung, Respekt und Verantwortung zu begegnen – damit das Erinnern nicht verstummt und das Geschehene nie in Vergessenheit gerät.
Lore Tiede und Patricia Lange
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